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Geothermie in Icking - Entwicklung des Vorhabens

Suche nach Heißwasservorkommen

Im Herbst 2012 haben Rüttelfahrzeuge den Untergrund in der Gemeinde nach Heißwasservorkommen untersucht. Die Auswertungen und Analysen haben ergeben, dass am westlichen Ortsrand unserer Gemeinde in etwa 4 Kilometer Tiefe mit einem Heißwasservorkommen von ca. 150° C und eine Fördermenge von 120l/sec gerechnet werden kann.

 

Bohrgenehmigungen

Im Herbst 2015 hat die Erdwärme Isar GmbH, eine Tochter der Erdwärme Bayern GmbH beim Bergamt Südbayern die Bohrgenehmigungen für die Bereiche westlich von Attenhausen (Aufsuchungsbohrung) und nördlich von Walchstadt (Injektionsbohrung) beantragt. Die Gemeinde wurde hierzu lediglich angehört, das Bergamt bei der Regierung von Oberbayern hat inzwischen beide Bohrgenehmigungen erteilt.

 

Antrag auf Bauvorbescheid

Im Herbst 2016 hat die Erdwärme Bayern GmbH einen Antrag auf Vorbescheid gestellt. Da es sich um ein sog. Privilegiertes Vorhaben handelt, hat der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

 

Festlegung auf einen Bebauungsplan

Im Zuge des Vorbescheidsverfahrens hat der Gemeinderat entschieden, dass ein Bebauungsplan erarbeitet werden soll um festzulegen, wo und wie die notwendige Geothermiezentrale untergebracht werden kann - unmittelbar am Waldrand oder zumindest teilweise im Wald.

 

Ziel des Bebauungsplans ist, dass die Gemeinde die Planungshoheit behält und eine Standortoptimierung erreichen kann. Außerdem kann im Bebauungsplan beispielsweise geregelt werden

  • dass neben dem Geothermiekraftwerk keine anderen Bauvorhaben zulässig sind
  • dass Bauten nach Beendigung der Nutzung wieder zurückgebaut werden müssen
  • welcher ökologische Ausgleich vor Ort zu erfolgen hat und
  • der Immissionsschutz für die Bevölkerung

 

Scopingverfahren

Zur Vorbereitung der Planungen für den Bebauungsplan wurden im Dezember 2016 Vertreter des Landratsamts, des Forstamtes, der Naturschutzbehörde und der Autobahndirektion zum sogenannten Scoping eingeladen. Eine Situierung der gesamten Anlage auf der angrenzenden Waldfläche und die dafür notwendige Rodung von ca. 2 - 3 Hektar Wald wurde dabei ausführlich erörtert und für nicht realisierbar eingeschätzt. 

 

Bürgerinformationsabend und Alternativstandort

Nach dem gut besuchten Bürgerinformationsabend am 12. Januar 2017, bei dem viele Fragen der Bürger beantwortet werden konnten* stellte der Planer der Gemeinde in der Gemeinderatssitzung am 16. Januar 2017 entsprechend dem Vorschlag von Bürgern aus Attenhausen und Dorfen erste Entwürfe zu einem Alternativstandort vor. Demnach soll je eine Kühlanlage im Wald und auf dem Feld platziert werden. Der Gemeinderat entschied, diese Planungsvariante weiter zu verfolgen.

 

Das Protokoll des Bürgerinfoabends stellen wir Ihnen als pdf-Dokument zur Verfügung.

 

Aufstellung eines Bebauungsplans

27.03.2017

Der Gemeinderat beauftragt das Planungsbüro U-Plan, einen Bebauungsplan entsprechend dem Vorschlag der Attenhauser Bürger zu erarbeiten. Demnach soll je eine Kühleranlage auf dem Feld und eine im Wald situiert werden, damit die natürliche Senke optimal ausgeschöpft werden kann. Wichtiger Bestandteil des Bebauungsplans wird außerdem die Festlegung der Immissionsgrenzwerte und eine Eingrünung der Anlage sein.

 

15.05.2017

Der Bebauungsplanentwurf mit der sog. Wald/Flur Variante wurde vorgestellt und ausführlich erläutert. Vorgesehen ist, dass die Geothermieanlage nur Strom liefern soll. Eine spätere Nutzung zur Wärmegewinnung ist nicht ausgeschlossen, ist dann aber in einer Änderung zum Bebauungsplan zu regeln. Wesentlich ist der Sicht- und der Schallschutz. Das Sondergebiet Geothermie wird nahezu vollständig eingegrünt und die Schallemissionen sind so zu reduzieren, dass beim Dauerbetrieb Attenhausen und Höhenrain nicht mehr belastet werden, wie ein allgemeines Wohngebiet.

 

27.07.2017

Der Bebauungsplan zur Errichtung der Geothermiezentrale wurde vom Gemeinderat gebilligt. Entgegen dem Wunsch des Vorhabenträgers

  • sind die Lüftergebäude an allen vier Seiten mit Holz zu verkleiden,
  • bleibt die Bepflanzung des Walls bei 25% Nadel- und 75% Laubbäumen.

Der Erdwall ist fertigzustellen, bevor mit den Hochbauten begonnen wird und in der ersten darauffolgenden Vegetationsphase zu bepflanzen.

Der Entwurf des Bebauungsplans wird öffentlich ausgelegt.

 

Bebauungsplanentwurf Geothermie

 

21.09.2017:

Die Auslegungsfrist ist beendet. Einwendungen und Anregungen zum Bebauungsplan werden voraussichtlich am 09.10.2017 im Gemeinderat diskutiert.

 

Die Einwendungen und Anregungen wurden im Gemeinderat behandelt. Seitens der Träger öffentlicher Belange besteht grundsätzlich Einverständnis mit dem Bebauungsplan, einzelne redaktionelle Änderungen sind noch  vorzunehmen.

 

Entsprechend der Anregung der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen wird bereits im städtebaulichen Vertrag festgelegt, dass die Flächen für den ökologischen Ausgleich, die sich nicht im Eigentum der Gemeinde befinden, im Rahmen einer persönlichen Dienstbarkeit gesichert werden.

 

Nicht behandelt werden konnte die Stellungnahme der Fachstelle für Immissionsschutz im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, da sie erst am 04.10.2017 vorgelegt wurde. Die erneute Auslegung des Bebauungsplans kann daher noch nicht vorgenommen werden.

 

23.10.2017

Der Gemeinderat die Einwendungen des Sachgebiets Immissionsschutz im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen behandelt. Demnach sollen in der umliegenden Wohnhäusern 35 bis 38 dB(A) nicht überschritten werden. Damit werden die Grenzwerte für Dorf- und allgemeine Wohngebiete deutlich unterschritten. Die Lärmimmissionen in Attenhausen werden damit zumindest bei Westwind vom Dauerrauschen der Autobahn übertönt.  Um einen besseren Lärmschutz erreichen zu können, kann der Betreiber über den in 12 m Höhe liegenden Lüftern zusätzliche Schallschutzanlagen bis zu 1 m Höhe anbringen.

Der Bebauungsplan wird angepasst und bis 03.01.2018 erneut ausgelegt.

 

19.02.2018

Die weiteren Einwände und Änderungswünsche werden im Gemeinderat behandelt.

 

Im Januar hat der Bund Naturschutz Bayern e.V. Bedenken gegen den Bebauungsplan Geothermie vorgebracht, die größtenteils  nicht den Bebauungsplan an sich betreffen sondern grundsätzliche Fragen der Geothermie. Diese werden nicht im Rahmen des Bebauungsplans im Gemeinderat behandelt. Die angesprochenen Punkte betreffen vielmehr die Bohrung, die vom Bergamt Südbayern im November 2016  bergrechtlich genehmigt wurde. Daher hat Bürgermeisterin Margit Menrad  das Bergamt um Stellungnahme zu den Bedenken gebeten und dann dem Bund Naturschutz ein gesondertes Antwortschreiben zukommen lassen.

 

Da das Thema Geothermie die Gemeinde schon seit einigen Jahren beschäftigt, wird an dieser Stelle auf den Bürgerinformationsabend vom 12.01.2017 hingewiesen. Das Protokoll  dazu beinhaltet auch Antworten auf viele Fragen. Der Link dazu ist weiter oben unter „Bürgerinformationsabend und Alternativstandort“ zu finden.

 

Das Antwortschreiben an den Bund Naturschutz  beinhaltet folgende Punkte:

 

Systembedingter niedriger Wirkungsgrad

Die Gemeinde hat sich an den gesetzlichen Vorgaben zu orientieren. Demnach sind Anlagen zur Energiegewinnung baurechtlich privilegiert. Zum Schutz der Landschaft und der  Bevölkerung und hat der Gemeinderat sich entschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Die Entscheidung, ob das Geothermiekraftwerk zur reinen Stromgewinnung genutzt werden kann, trifft allein das Bay. Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie in eigener Zuständigkeit.

 
Sicherheitsbedenken

Bei den im Schreiben des Bund Naturschutz erwähnten Schäden durch Verschiebungen des Untergrundes (Hebungen, Senkungen, Pressungen) oder aufgrund seismischer Ereignisse handelt es sich um Bergschäden nach § 114 BBergG. Treten durch die Aktivitäten eines Bergbauunternehmers, zum Beispiel durch das Abteufen oder den Betrieb einer Bohrung, solche Bergschäden an einer Sache auf oder werden Menschen körperlich geschädigt, so greift auch bei Geothermieprojekten die Bergschadenvermutung nach § 120 BBergG. Der Unternehmer ist in der Beweispflicht, dass der Schaden nicht von ihm verursacht wurde. Kann er diesen Nachweis nicht erbringen, ist er gemäß § 115 BBergG zur Schadensregulierung verpflichtet. Dafür musste er eine entsprechende Haftpflichtversicherung abschließen.

 
Einsatz von Chemikalien (unkonventionelles Fracking)

Eine Tiefbohrung wird, im Gegensatz zu einer flachen Brunnenbohrung, mit einer sogenannten Spülflüssigkeit niedergebracht. Dieses Spülmaterial enthält in erster Linie Bentonit und Wasser (Ton-Süßwasserspülung). Der Tonanteil soll, wie bei Schlitzwänden im Tiefbau auch, einerseits das Einbringen von Grund- oder Formationswässern in das offene Bohrloch und andererseits das Entweichen von Flüssigkeiten aus dem Bohrloch in die durchbohrten Gesteinsformationen verhindern. Beim Durchteufen des Zielhorizontes Malm dringt die Spülung in die natürlich vorhandenen Öffnungen vor und verklebt/ verstopft diese. Um die Förderwürdigkeit/Fündigkeit einer Bohrung festzustellen, müssen diese Verstopfungen beseitigt werden. Hierzu wird eine geringprozentige Säuremischung ins Bohrlochtiefste einzirkuliert, die dann die Verstopfungen auflöst und nach einer Einwirkzeit mit auszirkuliert wird. Die Angaben zur Zusammensetzung und Menge der Mischung werden vor dem Einsatz mit dem Landesamt für Umwelt abgestimmt.

Diese Arbeiten haben mit Fracking (=Aufbrechen von Gestein), unabhängig von der Frage, ob konventionell oder unkonventionell, nichts zu tun.

 
Wiedereinspeisen des Tiefenwassers

Der ressourcenschonende Umgang mit Tiefenwasser ist gesetzlich vorgeschrieben. Hierzu zählt auch, dass das entnommene Tiefenwasser dem ursprünglichen Horizont zugeführt wird. Diese Vorgabe (Entnahme und Reinjektion) gilt seit Beginn der Geothermie in Bayern für alle Bohrungen und ist eine Zulassungsvoraussetzung.

 
Systemimmanente Befristung der Ressource

Die Ressource „Erdwärme“ ist eine regenerative Energie. Die Nutzung der Tiefengeothermie ist auf eine jahrzehntelange Laufzeit ausgelegt. So beträgt die Laufzeit der bergrechtlichen Erlaubnisse für fördernde Geothermieprojekte 50 Jahre. Bisher hat das Bergamt bei den in Oberbayern laufenden Projekten keine Kenntnis über eine Abkühlung der geförderten Tiefenwässer erhalten. 

Sie haben eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren pauschal prognostiziert und nicht begründet, daher kann das Bergamt dazu keine individuelle Stellungnahme abgeben. Es weist allerdings darauf hin, dass  bei der von Ihnen prognostizierten Laufzeit der Laufzeitzenit bei einigen Anlagen bereits überschritten wäre und dass es bereits bei einigen Projekten zu einer merklichen Abkühlung gekommen sein müsste.

Zur Entnahme der Tiefenwässer ist zusätzlich eine wasserrechtliche Erlaubnis notwendig. Hier wird im Rahmen der Antragsprüfung die maximal zu entnehmende Wassermenge festgeschrieben. Neben den Ergebnissen der Fördertests fließen hier auch die Ergebnisse des Wärmebergbaugutachtens des jeweiligen Standortes ein. 

 

14.05.2018

Die Einwände der Erdwärme Isar GmbH betreffend die Festsetzungen bezüglich Lärmimmissionen werden behandelt. Die strengen Vorgaben des Bebauungsplans, wonach auch die Grenzwerte für Allgemeinde Wohngebiete nicht erreicht werden, können beibehalten werden.

 

18.06.2018

Der Bebauungsplan wird als Satzung beschlossen.

 

Städtebauliche Verträge

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass zusätzlich zum Bebauungsplan mögliche städtebauliche Konflikte, insbesondere im Hinblick auf das Orts- und Landschaftsbild, mögliche Immissionsbeeinträchtigungen, die Zu- und Abfahrt der Schwertransporte sowie die Wasserver- und Abwasserentsorgung mittels städtebaulicher Verträge mit der Erdwärme Isar GmbH bewältigt werden sollen.

 

10.08.2017:

Es wird ein erster städtebaulicher Vertrag geschlossen, wonach

die Erdwärme Isar GmbH,

  • sich verpflichtet die Kosten für die notwendigen Gutachten und Rohrnetzberechnungen hinsichtlich dem prognostizierten Wasserbedarf und ggf. auch für den Bau notwendiger vergrößerter Leitungen für Wasserver- und Abwasserentsorgung zu tragen,
  • anerkennt, dass die Trink- und Löschwasserversorgung der Gemeinde vorrangig ist,
  • anerkennt, dass die Gemeinde nicht für Schäden oder Bauverzögerungen infolge von ungenügender Wasserver- und Abwasserentsorgung haftet;und die Gemeinde bereit ist
  • notwendige in ihrem Eigentum stehende Flächen im Erbbaurecht zu vergeben oder zu veräußern;
  • für beide Bohrstandorte die notwendigen Grunddienstbarkeiten für Geh-, Fahr- und Leitungsrechte bereitzustellen.Weitere Detailregelungen, z.B. dass die Stromtrassen unterirdisch verlegt werden, folgen in einem zweiten städtebaulichen Vertrag, der derzeit erarbeitet wird. 

30.05.2018

Der zweite städtebauliche Vertrag wird geschlossen. Er regelt insbesondere

 

1. Erdwärme Isar trägt alle Kosten

  • für die wegemäßige Erschließung der Bohrplätze und des Kraftwerks jeweils nach den Regeln der Technik mit einem ordentlichen Unterbau, einschließlich des Wegeunterhalts,
  • für die Herstellung der Wasserversorgungsleitungen einschließlich Löschwasserversorgung, 
  • für die Herstellung der Abwasserentsorgung,
  • für die Herstellung der Strom- und Lichtwellenleitungen,
  • für den Rückbau der Waldzufahrt nach Aufnahme des Regelbetriebs,
  • für den ökologischen Ausgleich, gesichert durch eine Bürgschaft


2. Niederschlagswasser ist auf dem eigenen Grundstück zu versickern.
3. Die Thermalwasserleitung darf nicht entlang der Dorfstraße in Attenhausen und der Verbindungsstraße von Attenhausen nach Walchstadt
     verlegt werden.
4. Der Vorhabenträger wird innerhalb von 5 Monaten nach einem erfolgreichen Produktionstest eine konkrete Projektplanung vorlegen, die der
    Genehmigung durch die Gemeinde bedarf.

5. Voraussetzung für den Beginn der Bohrung, des Test- und Regelbetriebs ist die Herstellung der dafür erforderlichen plangemäßen
     Erschließung.

6. Sämtliche Haftung liegt beim Vorhabenträger.

7. Bei Einstellung des Betriebs der Anlage beseteht eine Rückbauverpflichtung, dafür wird ein entsprechender Betrag auf ein an die Gemeinde
     verpfändetes Konto einbezahlt.

8. In Abstimmung mit dem Leibnitz Institut und der Gemeinde wird ein seismisches Messnetz aufgebaut und bis zur Einstellung des Betriebs
    unterhalten. 

 

Weitere Entwicklung:

 

13.10.2017:

Nach Aussage des Projektentwicklers, soll die Geothermie-Anlage die größte Deutschlands werden, bis zu 30 Megawatt Strom erzeugen  und damit Strom für 50.000 Haushalte liefern.

 

Die 160 Millionen € teuren Bohrungen und den anschließenden Bau der Anlage wird das finnische Finanzdienstleistungsunternehmen Taaleri finanzieren. Geplant ist eine Eigenkapitalfinanzierung der Bauphase durch Taaleri und seine Kunden;  als Minderheiteneigentümer bleibt die Erdwärme Bayern  im Projekt.

 

Dez. 2017:

Die Baustellenzufahrt ab der Autobahn und der Bohrplatz in Attenhausen wird hergerichtet.

Beim Bohrplatz werden Container für Baubüros aufgestellt, die Arbeiter werden nicht auf der Baustelle wohnen.

Die Bohrplatzherrichtung für den Standort Attenhausen und weitere vorbereitenden Arbeiten sollen  – bei  günstiger Witterung -  gegen Ende April abgeschlossen werden, so dass im Mai das Bohrgerät aufgebaut werden kann.  Der Bohrbetrieb beginnt voraussichtlich im Mai oder Juni 2018.
 

Vorgesehen sind 3 Bohrungen in Attenhausen und 2 Bohrungen in Walchstadt, die zunächst ca. 3000 m vertikal in die Tiefe gehen sollen, dann weitere ca. 2000 m schräg nach Südwesten Richtung Autobahn bzw. nach Osten Richtung Isar. Eine Bohrung dauert planmäßig etwa 5 Monate.

 

Jan. 2018:

Die Arbeiten am Bohrplatz in Attenhausen  gehen weiter. Bohrungen für den Bau der Fundamente des Bohrgerätes werden vorgenommen. Die Bohrungen sind zeitweise sehr laut und besonders bei Westwind über Attenhausen hinaus deutlich zu hören. "Quietsch"-Geräusche lassen sich wohl leider nicht ausschließen.

 

Zu den Immissionen während der Bau- und Bohrphase steht in der Bohrgenehmigung des Bergamtes Südbayern:

„Im Gutachten des Ingenieurbüros Müller BBM wird an 14 Immissionsstandorten in Entfernung zwischen 360 m und ca. 850 m ein Immissionslärmpegel zwischen 31 dB(A) bis 40 dB(A) tags sowie nachts für die Bohrarbeiten prognostiziert. Diese liegen innerhalb der Richtwerte für die jeweilige Gebietskategorie nach TA Lärm (tags <55 dB(A) und nachts < 40 dB(A)). Somit werden von der Bohranlage an allen Immissionsstandorten die Immissionsrichtwerte sowohl für die Tagzeit als auch für die Nachtzeit  eingehalten.

 

Hinsichtlich der Errichtung des Bohrplatzes wurden ebenfalls dieselben 14 Immissionsstandorte betrachtet. Da die Bautätigkeiten nur von 07.00 – 19.00 Uhr stattfinden, wurde in der Beurteilung der nach AVV Baulärm zu berücksichtigende Immissionspegel  am Tag von 55 dB(A) (je nach Gebietskategorie) angenommen. Alle berechneten Beurteilungspegel liegen zwischen 39 und 49 dB(A), somit werden die tagsüber gemäß AVV Baulärm geltenden Immissionsrichtwerte während der Herrichtung des Bohrplatzes an allen potentiellen Immissionsorten unterschritten.“

 

Bezüglich der Zufahrt zum Bohrplatz hat sich die Bürgermeisterin Menrad mit Schreiben an das Wirtschaftsministerium und das Bergamt Süd nachdrücklich dafür eingesetzt, dass alle großen Baustellenfahrzeuge - wie urspürunglich geplant - den Bohrplatz über die Waldzufahrt anfahren können. Damit können nicht die Bewohner der umliegenden Orte Dorfen, Attenhausen, Münsing und Höhenrain belastet werden. Die entsprechende Genehmigung wurde erteilt.

 

Hinweis:

20 bis 40 dB(A)  ist vergleichbar mit den üblichen Geräuschen im Haus oder von Computer-Venitlatoren

40 bis 60 dB(A) entspricht der normalen Gesprächslautstärke.

 

Aktuelle Informationen durch die Erdwärme Isar

Dafür wurde von der Erdwärme GmbH eine Homepage eingerichtet: www.erdwaerme-isar.de

 

 

Fragen und Probleme

Bei Fragen oder Problemen ist der Ansprechpartner des Vorhabenträgers Herr Winfried Büchl .  Er ist telefonisch unter 089/457 6908 121 und per E-Mail unter Winfried.Buechl@Erdwaerme-Bayern.de erreichbar.

 

Geh- und Fahrtrecht ab der Höhenrainer Straße zum Bohrplatz

Entsprechend der Bohrgenehmigung ist der Bohrplatz in Attenhausen direkt über die Baustellenzufahrt ab der Autobahn anzufahren. Um die Bewohner von Attenhausen und Höhenrain vor übermäßigem Baustellenverkehr zu schützen, wird daher für die Bohrphase kein Geh- und Fahrtrecht  ab der Höhenrainer Straße erteilt. Unabhängig davon ist in der Bohrgenehmigung festgelegt, dass  Erdwärme Isar den Bohrplatz so anzulegen hat, dass das Erreichen bzw. Verlassen aller Betriebsteile auch mit Rettungsfahrzeugen möglich ist. Die Umfahrung muss stets gewährleistet sein.

 

Leitungsrecht im Lichtweg

Der Gemeinderat hat zugestimmt, dass die Erdwärme Isar GmbH  zur Versorgung des Bohrplatzes mit Strom und Glasfaser,  für die Entsorgung des Schmutz- und des Testwassers  und für die spätere Einspeisung des gewonnenen Stroms im Lichtweg bis zur Attenhauser Straße neue Leitungen und Leerrohre verlegen darf. Sie sind verpflichtet, nach der  Verlegung aller Sparten den Lichtweg  als ordentlich befestigten und befahrbaren Kiesweg herzustellen.

Südöstlich vom Lichtweg kann außerdem für den Stromanschluss eine Übergabeschutzstation errichtet werden.

 

Bohrbeginn in Attenhausen
Nach der Meißelweihe am 26.06.2018 war am 29.06.2018 der Bohrbeginn. Entsprechend der Bohrgenehmigung fand am 09.07.2018 eine Lärmmessung statt. Nach ersten Vor-Ort-Angaben des Gutachters vom TÜV Süd ist der gemessene Schallpegel unproblematisch. Bereits in geringer Entfernung vom Bohrplatz scheint die Autobahn lauter zu sein. 

 

Auch die Bohrstelle in Walchstadt soll mit einer Wasser- und einer Stromleitung ab der Walchstadter Straße über das Talfeld an das Stromnetz angeschlossen werden. Erdwärme Isar hat nach dem Einbau der Versorgungsleitungen den Weg mit einem ordentlich befestigten und befahrbaren Kiesbelag herzustellen, die bisher asphaltierten Teilstücke sind neu zu asphaltieren.

Das Wasser im Testwasserbecken in Walchstadt kann über die Walchstadter Höhe zur Pumpstation Icking gepumpt werden.

 

Der Bohrplatz wird derzeit hergerichtet.

 

Die Zufahrt zum Bohrplatz ist sowohl über Walchstadt/Talfeld als auch ab der Mörlbacher Straße entlang der Autobahn möglich.