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Icking auf Philip Apians "Großer Karte" von Bayern aus dem Jahr 1563

 

Vor 450 Jahren gehörten unsere Ortsteile „Irschnhausen“, „Walchstat“ und „Dorffn“ noch lange Zeit nicht zur Gemeinde Icking. Aber sie sind erstmals, wie damals ganz Bayern, kartographisch erfasst worden und das in erstaunlich detailgenauer Form und Abfolge. Als Hilfsmittel dienten Apian lediglich Jakobsstab, Quadrant, Sonnen- und Sternenuhr.

 

1554 hatte Herzog Albrecht V. von Bayern Philipp Apian den Auftrag erteilt ganz Bayern zu vermessen und auf Karten darzustellen. Es folgten „sieben Sommer“ des Bereisens von Bayern und zwei Jahre des Ausarbeitens für Apian. Es entstand die zur damaligen Zeit in ganz Europa einzigartige „Große Karte“ Bayerns, die auf Papierrollen eine Gesamtgröße von 5x5 Metern im Maßstab 1:45.000 einnahm. Diese Karte ließ Herzog Albrecht V. in der Hofbibliothek, der heutigen Staatsbibliothek, aufhängen, die sich damals über dem Antiquarium in der Residenz befand.

 

Apians Karte und ihre Entstehungsgeschichte fällt in die Zeit der Renaissance, in der das Wissen und das Gedankengut, die Möglichkeiten und die wissenschaftliche Sichtweise der Antike wieder entdeckt wurde.

 

Die Karte blieb für die folgenden 250 Jahre die alleinige Grundlage für die Kartenmacher in Bayern. Wir freuen uns, Ihnen diese bezaubernde Darstellung der Ickinger Ortsteile und einen Ausschnitt des restlichen Bayerns zu präsentieren und bedanken uns dafür herzlich für die Genehmigung bei der Bayerischen Staatsbibliothek München, die von November 2013 bis Februar 2014 eine Ausstellung dazu zeigte.

 

(Text und Zusammenstellung Claudia Roederstein)