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Icking - Perle des Isartals

Wenn ich, von Ebenhausen kommend, nach Icking fahre, geht mir immer wieder das Herz auf ob diesem Rundblick. Und doch ist das nur „der Einstieg“.

 

Die im Mai dieses Jahres erfolgte Fertigstellung der Maßnahme „Riemerschmidpark“ – von der Presse bereits als der schönste Ort im nördlichen Teil des Landkreises Bad Tölz – Wolfratshausen bezeichnet -  direkt am Isarhochufer gelegen, hat eine der landschaftlichen Besonderheiten der Isartalgemeinde in der Vordergrund und in den Blickpunkt der Bevölkerung gerückt, der mit ein Baustein für den Beinamen „Perle des Isartals“ für unsere Gemeinde ist.

 

Daneben gibt es neben der „Weißen Wand“, dem neu gestalteten Auenbach im Bereich des Ickinger Wehrs noch verschiedene weitere Anlaufpunkte, die einige der schönsten und atemberaubendsten Ausblicke bieten. Ob Zusammenfluss von Isar und Loisach, ob über die hier noch bestehende Wildflusslandschaft oder der Ausblick in den Isarwinkel mit den ihn umfassenden Bergen – wohl selten wird dem Auge des Betrachters die Schönheit dieser Gegend bewusster aufgezeigt. Schon vor 50 Jahren beschrieb Prof. O. Kraus in einem Aufsatz für den Isartalverein den Ausblick vom Isarhochufer der „Weißen Wand“ wie folgt: „Kaum einer, der von hier nach Südosten blickt, wird sich dem grandiosen Blick dieser vor dem machtvollen Hintergrund des Hochgebirges sich hinbreitenden Flußlandschaft entziehen können“. Und es war übrigens ein Ickinger, der hier bis zu seinem Tod lebende Schriftsteller Walter Pause, der 1969 mit dem nach ihm benannten „Pause Plan“ die Schönheit und  Besonderheit dieses Gebiets erkannte und  so den dann vom Isartalverein vorgestellten „Plan für ein Münchner Oberland“ erarbeitete. Sein Ziel war die Schaffung eines Naturparks, dessen Grundprinzipien heute mehr denn je Gültigkeit besitzen. Gerade die mustergültige Gestaltung des Riemerschmidparks, die Anlage des neuen Auenbaches oder die inzwischen vorbildliche Pflege und Beschilderung der Wanderwege machen deutlich, wie zukunftsweisend Pauses Plan war und noch immer ist.  

 

Doch nicht nur am Isarhochufer bietet Icking solch phantastische Aus- und Einblicke. Dies beweisen der Ulrichsberg – den Prinz Heinrich von Bayern 1915 dem Isartalverein geschenkt hat – ebenso wie der Höhenzug, der vom Ortsteil Walchstadt Richtung Süden geht. Hier reicht der 180°-Blick von den Chiemgauer Bergen über Wendelstein, Benediktenwand und Zugspitze bis weit in die Allgäuer Alpen. Besonders „weitsichtige Betrachter“ behaupten gar, den Leuchtturm am Lindauer Hafen gesehen zu haben, was wir wohlwollend nur dem Föhn zuschreiben wollen.  

 

Nicht unerwähnt bleiben darf die sogenannte „Lehnerruh“, ein weiterer herrlicher Aussichtspunkt am Isarhochufer bei Schlederloh. Der Platz erinnert an Prof. Theodor Lehner, der über viele Jahre in Irschenhausen ein Ferienhäuschen bewohnte. Auf Grund seiner Verdienste um die Bestrebungen des Isartalvereins wird er auch „Schutzengel des Isartals“ genannt.

 

Eigentlich unnötig, zu erwähnen, dass die meisten dieser Aussichtspunkte ganz wesentlich der Weitsicht und dem unermüdlichen Engagement des Isartalvereins zu verdanken sind. Mir persönlich sehr wichtig ist, dass diese Aus- und Einblicke in die noch weitgehend intakte Landschaft dieser Gegend nicht nur pflegerisch betreut, sondern auch bekanntgemacht werden. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Betrachter dieser friedlichen und eindrucksvollen Szenerie einer über Jahrhunderte gewachsenen Landschaft dadurch mehr und  nachhaltigeres Verständnis für unser gemeinsames Streben nach dem Erhalt einer intakten Umwelt gewinnt, als auf jede andere Weise.  

 

Icking bestand ja eigentlich aus verschiedenen rein landwirtschaftlich geprägten Ortsteilen. Einen ersten – heute würde man sagen – „Boom“ gab es Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Münchner Bohème  das Isartal und insbesondere Irschenhausen  entdeckte. Die Namen Rilke, Lawrence  und zu Rewentlow stehen hier stellvertretend für viele mehr. Irschenhausen mit seiner besonderen Atmosphäre war eine Art Ort der Inspiration. Dass dies rund 100 Jahre später noch immer Gültigkeit hat, bezeugt eine eindrucksvolle Kunst- und Künstlerszene über alle Ortsteile Ickings hinweg in Ausstellungen, Aufführungen und Veranstaltungen quer durch den Jahreslauf. Namen wie Alinde Rothenfußer, Petra Jakob oder Sebastian Heinsdorf zeugen ebenso davon, wie das Ickinger Theaterzelt, der Ickinger Konzertzyklus oder die Konzerte der Musikwerkstatt Icking oder der Reihe „Meistersolisten im Isartal“.

 

Ende des 19. Jahrhunderts änderten sich die Standortbedingungen grundlegend. Es begann die Entwicklung von der Landgemeinde zum bekannten und begehrten Wohnort. Mitentscheidend dafür war sicherlich der Bau der Isartalbahn, die ab 1891 zwischen Thalkirchen und Wolfratshausen  den Betrieb aufnahm und neben der Isar eine zweite Verkehrsachse darstellte. Heute ist aus dem Warenverkehrsweg (Bier und Möbel aus dem Isarwinkel) eine gefragte Freizeitvergnügung geworden, die jährlich von Mai bis September Fahrgäste von Nah und Fern anlockt. 1972 wurde dann aus der beschaulichen Isartalbahn mit der S-Bahn eine wirtschaftlich bedeutsame Verbindung, die bis Mitte der 2020er Jahre dann bis Geretsried Süd führen soll und damit die größte Stadt und das Wirtschaftszentrum des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen rund um die Uhr mit der Stadt München verbindet.

 

Dass Verkehrswege Basis für Einwohnerwachstum sind, zeigt sich in Icking geradezu vorbildhaft. Ludwig Dürr, schwäbischer Erfinder und Unternehmer erwarb ab 1903 in großem Stil Grund in Icking und bot ihn als Bauland an. Gleichzeitig baute er Häuser im süddeutschen Landhausstil. Besonders bemerkenswert:  zusätzlich legte er Obst- und Gemüsegärten an und schuf damit die Grundlage für eine „lichte“ und ländliche Bebauung mit  viel Grün, die heute noch die Bebauung prägt. Die Gemeinde hat Dürrs Idee aufgenommen, indem für ein Einfamilienhaus 900 m² und für ein Doppelhaus 1200 m² Grund erforderlich sind. Das grüne Bild Ickings mit alten, hohen Bäumen, das auf Dürrs Vision ruht wurde und wird so konsequent fortgeführt.

 

Über die Gebietsreform von 1978 kamen die Ortsteile Dorfen, Attenhausen und Schlederloh hinzu. Mittlerweile beträgt die Einwohnerzahl Ickings rund 3.800 Einwohner, wobei wie fast überall der Anteil der bäuerlich und handwerklich geprägten Bevölkerung  deutlich zurückgegangen ist.

 

Wesentlich für die Beliebtheit Ickings als Wohnort für Familien ist die Tatsache, dass die Gemeinde zwei Gymnasien beheimatet, deren ältestes, das Gymnasium Icking (heute Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium) 1921 als Private Mittelschule gegründet wurde. Seit 2003 gibt es im Haus Eggenberg – bis dahin Sitz der Stiftung Wissenschaft und Politik – das private Günter-Stöhr-Gymnasium.  Icking hat außerdem eine zweizügige Grundschule. Ergänzt wird der Betreuungs- und Bildungsbereich durch eine Krippe, zwei gemeindliche Kindergärten, einen Waldorf- und einen Waldkindergarten. Mit dem Haus der Kinder, situiert zwischen Grundschule und Kindergarten wird das Betreuungsangebot abgerundet. Es bietet Kindern der Grundschule nach einem gemeinsamen Mittagessen eine flexible Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung.

 

Eine wichtige Entscheidung für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde wurde 2014 getroffen. Bei einer Befragung haben sich über die Hälfte der Ickinger Haushalte für ein schnelles Internet mit Glasfaseranbindung bis zum Haus ausgesprochen. Wovon die Bewohner ländlicher Regionen meist nur träumen können, wird in Icking aktuell verwirklicht: Internet mit Lichtgeschwindigkeit bis in die privaten Anwesen. Die Weichen für eine digitale Zukunft der Isartalgemeinde sind damit entsprechend gestellt. „Laptop und Lederhose“ oder besser gesagt, High Tech Infrastruktur und landschaftliche Ursprünglichkeit/Vielfalt sind hier kein Gegensatz sondern befruchtendes Miteinander.

 

Wie sehr in Icking Tradition und Zukunft verbunden sind, zeigt ein anderer Teil in Verbindung mit dem Isartal: Wussten Sie, dass Icking zu den Wiegen des Wintersports zählt, der hier bereits ab 1893 gepflegt wurde? Damals brachte der Münchner Kunstmaler Büchtger von einer Reise schwedische Ski mit ins Isartal. In Folge davon wurden in Irschenhausen sogar Ski hergestellt, die im skibegeisterten Isartal sehr begehrt waren. Ausgehend von der 1925 gegründeten „Wintersportvereinigung Icking“ entwickelte sich der Ort rasch zum winterlichen Sportzentrum des Isartals. Dank der Isartalbahn kamen viele Münchner, die sich über die „pfundigen Abfahrten“ sehr begeistert zeigten getreu dem Motto: „Gefährlich wird der Skilauf leicht, weil man Geschwindigkeit erreicht“. In den zwanziger Jahren wurde dann sogar eine Skisprungschanze mit Anlaufturm am Talrand zur Isar errichtet, die Anziehungspunkt für viele aus Nah und Fern war und gleichzeitig Ursache für die ersten Verkehrsstaus im Isartal mit Parkchaos in Icking.  1953 war die Anlage dann sogar Schauplatz der „Münchner Nordischen Meisterschaften“, weshalb man von Icking auch als dem „Holmenkolm“ Münchens sprach.

 

Auch wenn der Klimawandel mit schneearmen Wintern vor dem Isartal längst nicht Halt gemacht hat, gilt doch noch immer die von Icking ausgehende Langlaufloipe als eine der landschaftlich mit am schönsten gelegenen Anlagen und weiterhin als beliebtes

Ziel für viele Langlaufliebhaber. Unbedingt erwähnen an dieser Stelle das unweit der Sprungschanze stattfindende traditionelle „Ickinger Zwergerlrennen“, das heuer übrigens bereits zum 83. Mal stattfand!

 

Daten, Fakten, Aktuelles, Geschichtliches und vieles mehr zu und über die Gemeinde Icking finden Sie im Internet unter www.icking.de. Ich würde mich freuen, wenn Sie auf diese  Weise bei uns reinschauen, aber natürlich freuen wir Ickinger uns auch über jeden persönlichen Besuch. Sie werden sehen, die „Perle des Isartales“ hat in jeder Beziehung viel zu bieten.